In meiner Arbeit geht es nicht darum, den Körper, die Psyche oder das Nervensystem zu reparieren oder Symptome wegzubekommen. Es geht darum zu erkennen, welche Kräfte zusammenwirken, um genau diese gesundheitliche Situation zu erzeugen und was alles dazu gehört. Ich suche die Logik hinter den Symptomen. Sie sind wie ein Sprungbrett in die Komplexität von Körper, Nervensystem und Biografie.
Ich bin voller Respekt für diese Art von Komplexität, habe gleichzeitig keine Angst vor ihr und begegne ihr mit echter Neugierde. Für mich geht es nicht um ein „Entweder Körper oder Psyche“, „Entweder Biochemie oder Biografie“, sondern darum, das gesamte System gleichzeitig zu betrachten. Dazu gehören vor allem: das Nervensystem, Gedanken, Emotionen, Körperempfinden, Traumata, biochemische Prozesse, Glaubensmuster, energetische Dynamiken und Umweltbedingungen.
Ich vermeide die Phrase „Ich bin krank“, denn nach meiner Erfahrung ist nie unser gesamtes System, mein ganzes „Ich bin“, krank. Vielmehr sind es immer nur einzelne Funktionskreise. Der Rest des Körpers setzt währenddessen alles daran, seine Funktionen aufrechtzuerhalten und zu unterstützen. Auch ein „kranker“ Anteil hat für mich eine Funktion, die die Auswirkungen der Erkrankung keinesfalls verharmlosen soll. Und trotzdem ist es wichtig zu fragen: Was wird durch genau diese Erkrankung geschützt? Für welche Absicht ist das die logische Folge? Welches Muster zeigt sich und woraus entsteht es?
Ein echtes Werkzeug ist für mich die Adler- und Froschposition:
Beim Adler frage ich mich, was sichtbar bleibt, wenn ich alle Details wegnehme. Beim Frosch schauen wir uns die Details in maximaler Vergrößerung an: Was zeigt sich, wenn ich ganz nah dran bin? Aus diesem Zusammenspiel entsteht oft Erkenntnis.
Meine Art zu denken und wahrzunehmen ist stark vernetzt. Ich erkenne Muster oft intuitiv, bevor ich sie analytisch benennen kann. Diese Fähigkeit hilft mir, komplexe gesundheitliche Dynamiken zu lesen, ohne sie zu vereinfachen.
